Eine SIT-Gesprächsrunde folgt einem klaren, aber bewusst nicht starren Ablauf. Der Rahmen soll Orientierung geben und sicherstellen, dass alle Teilnehmenden gehört werden können, ohne das Gespräch unnötig einzuengen.
Ein Gesprächsabend dauert in der Regel zwei Stunden und besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Phasen – von der thematischen Einführung bis zum gemeinsamen Fazit.
Vorbereitung vor dem Gespräch
Jede SIT-Runde beginnt bereits vor dem eigentlichen Treffen. Eine vorbereitende Person wählt ein Thema aus und stellt eine Kurzbeschreibung oder eine geeignete Quelle zur Verfügung, die allen Teilnehmenden vorab zugänglich gemacht wird.
Alle weiteren Teilnehmenden melden sich durch eine eigene Frage zum Thema zur Runde an. Diese Fragen werden vor dem Gespräch gesammelt und bilden die Grundlage für die Vorbereitung durch den Thementräger, die Reihenfolge der Fragen bildet den Ablauf des späteren Austauschs.
Zeitlicher Rahmen einer SIT-Runde
Der folgende Zeitrahmen dient als Orientierung für eine typische SIT-Runde (mindestens 3 bis maximal 5 Fragen). Die Maximaldauer ist verbindlich, um zu große Ausschweife zu verhindern und wiederkehrende Gesprächsabende in einem tragfähigen und planbaren Rahmen zu gestalten.
Vor Beginn Ankommen, gemeinsames Commitment, Klärung der Rollen
0–15 Minuten Thematische Einführung durch die vorbereitende Person
15–90 Minuten Bearbeitung der eingebrachten Fragen (15 Min je Frage)
90–105 Minuten Persönliche Reflexion (Was nehme ich mit?)
105–120 Minuten Offenes Gespräch mit gemeinsamen Fazit und Abschluss

Beginn der SIT-Runde
Zu Beginn des Gesprächsabends kommen alle Teilnehmenden zusammen und bestätigen das gemeinsame SIT-Commitment. Dieses Commitment bildet die Grundlage für den respektvollen und offenen Austausch.
Anschließend werden die unterstützenden Rollen für den Abend festgelegt, insbesondere der Zeitwächter und der Schriftführer.
Thematische Einführung
Die vorbereitende Person hat nun Zeit, das Thema vorzustellen. Dabei werden zentrale Inhalte der Quelle erläutert, Zusammenhänge aufgezeigt und eigene Gedanken transparent gemacht.
Diese Einführung dauert in der Regel etwa 15 Minuten und dient dazu, einen gemeinsamen Ausgangspunkt für das Gespräch zu schaffen.
Bearbeitung der eingebrachten Fragen
Im Anschluss werden die im Vorfeld eingereichten Fragen nacheinander behandelt. Pro Frage ist ein Zeitrahmen von 15 Minuten vorgesehen.
Zunächst hat die fragestellende Person die Möglichkeit, ihre Frage kurz einzuordnen. Danach beantwortet die vorbereitende Person die Frage auf Grundlage ihrer Vorbereitung und gegebenenfalls weiterer Recherche.
(jeweils max. 5 Minuten)
Im nächsten Schritt können sich weitere Teilnehmende mit eigenen Gedanken, Rückfragen oder Ergänzungen einbringen, insofern die fragengebende Person dies wünscht und es aufgrund der Gesamtzeit von 15 Minuten noch möglich ist. Die Entscheidung liegt beim Fragenträger, ob und in welcher Reihenfolge Beiträge gehört werden.
Es ist auch möglich, dass die 15 Minuten nicht vollständig genutzt werden, in diesem Fall wird die übrige Zeit der nächsten Frage zugeschlagen.
Offenes Gespräch und Reflexion
Nachdem alle Fragen bearbeitet wurden, ist Zeit für ein offenes Gespräch vorgesehen, welches zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung führen soll.
Zu Beginn der Phase äußert jede teilnehmende Person, welche positive (!) Gedanken, Impulse oder Erkenntnisse sie aus dem gemeinsamen Abend mitnimmt. (jeweils 2-3 Minuten)
Daraufhin können offene Punkte vertieft oder unterschiedliche Sichtweisen nochmals gemeinsam reflektiert werden, um als Gruppe auch ein Fazit ziehen zu können.
Gemeinsames Fazit
Zum Abschluss der SIT-Runde wird ein gemeinsames Fazit formuliert. Dieses Fazit hält fest, welche Erkenntnisse gewonnen wurden, wo unterschiedliche Standpunkte bestehen bleiben und welche Fragen eventuell weiter vertieft werden sollen.
Das Fazit wird gemeinsam getragen und im Protokoll der Runde festgehalten.
Es kann auch noch ungeklärte Punkte oder Vorschläge für Vertiefungen des Themas enthalten.
Nachbereitung und Rahmen
Die Ergebnisse, offenen Fragen und weiterführenden Gedanken sowie mögliche Quellenverweise werden mit einem standardisierten Protokoll, dem „SIT-Note“ dokumentiert und – je nach Vereinbarung – weitergegeben.
Wie diese Dokumentation erfolgt und welche gemeinsame Haltung den gesamten Prozess trägt, ist auf den folgenden Seiten beschrieben.
