Stay-In-Touch (SIT) ist ein Gesprächsformat, das einen klaren und verlässlichen Rahmen für den Austausch über unterschiedliche Themen bietet. Es richtet sich an Menschen, die trotz unterschiedlicher Sichtweisen miteinander im Gespräch bleiben möchten.
Im Mittelpunkt steht nicht die schnelle Meinungsäußerung oder die Durchsetzung eines Standpunkts, sondern das gemeinsame Verstehen, Prüfen und Reflektieren von Inhalten und Perspektiven.
Hintergrund und Motivation
In vielen gesellschaftlichen, privaten und beruflichen Kontexten ist es zunehmend schwieriger geworden, sachlich und zugleich offen miteinander zu sprechen. Gespräche brechen ab, verhärten sich oder finden nur noch in homogenen Gruppen statt.
Was dabei oft verloren geht, ist der Diskurs – also das gemeinsame Nachdenken über ein Thema in einer heterogenen Gruppe, in der unterschiedliche Erfahrungen, Einschätzungen und Meinungen nebeneinander bestehen dürfen.
Stay-In-Touch ist aus dem Wunsch entstanden, diesem Verlust etwas entgegenzusetzen: einen Rahmen zu schaffen, der Orientierung gibt, Sicherheit vermittelt und echte Begegnung wieder möglich macht.
Was Stay-In-Touch sein will –
und was nicht
SIT ist kein Debattenformat, kein Streitgespräch und keine Bühne für rhetorische Durchsetzungskraft. Es geht nicht darum, andere zu überzeugen oder Recht zu behalten.
Stattdessen bietet SIT einen strukturierten Gesprächsrahmen, in dem ein Thema vorbereitet, eingeordnet und gemeinsam bearbeitet wird. Unterschiedliche Standpunkte werden nicht vermieden, sondern bewusst zugelassen und geprüft.
Der Fokus liegt dabei auf der Qualität des Austauschs und dem persönlichen wie gemeinsamen Erkenntnisgewinn.
Der grundlegende Ansatz
Jede SIT-Runde basiert auf einem gemeinsamen Thema, das von einer vorbereitenden Person eingebracht wird. Dieses Thema wird mit einer klar benannten Quelle verknüpft, die allen Teilnehmenden als gemeinsame Gesprächsgrundlage dient.
Alle weiteren Teilnehmenden bringen vorab eigene Fragen ein. Diese Fragen strukturieren den Gesprächsabend und stellen sicher, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und berücksichtigt sind.
Durch diesen Ansatz entsteht ein Gespräch, das sowohl Tiefe als auch Struktur hat und Raum für echtes Zuhören lässt.
Haltung und Verantwortung
Ein zentrales Element von Stay-In-Touch ist die gemeinsame Haltung der Teilnehmenden. Jede SIT-Runde beginnt mit einem klar formulierten Commitment, das Respekt, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein einfordert.
Die Verantwortung für einen konstruktiven Austausch liegt dabei nicht bei einer moderierenden Instanz, sondern bei allen Beteiligten gemeinsam.
Wo SIT eingesetzt werden kann
Das Stay-In-Touch-Prinzip ist bewusst offen gehalten und kann in sehr unterschiedlichen Kontexten angewendet werden.
- Private Gesprächskreise und Freundesgruppen
- Vereine und Initiativen
- Bildungs- und Lerngruppen
- Glaubens- und Interessensgemeinschaften
- Berufliche oder gesellschaftliche Austauschformate
Entscheidend ist nicht das Thema selbst, sondern die Bereitschaft der Beteiligten, sich auf den gemeinsamen Rahmen einzulassen.
Wie SIT konkret funktioniert
Auf den folgenden Seiten wird beschrieben, wie eine SIT-Runde konkret aufgebaut ist, welche Rollen es gibt und wie ein Gesprächsabend abläuft.
Zudem wird das gemeinsame SIT-Commitment vorgestellt, das die Grundlage für den Austausch bildet.
